CuRoXRay (C:Böhmer, 2012)

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Zahnanatomie

Zahnanatomie, Zahnwachstum, Gebissformel

Dr. Estella Böhmer

Bei den Hasenartigen und Nagern wird auf Grund der Anzahl der Incisivi zwischen Duplicidentata und Simplicidentata unterschieden. Erstere haben im Oberkiefer 4 Schneidezähne. In Ruhestellung und bei korrektem Kieferschluss liegen die unteren Inzisivi den kleinen Stiftzähnen auf. Zur Gruppe der Duplicidentata zählen Kaninchen und Hasen. Die Schneidezähne dieser Tierart sind allseitig von einer Schmelzschicht bedeckt; diese ist lippenseitig relativ dick und wird zur lingualen Seite hin dünner. Die akzessorischen Schneidezähne sind relativ kurz, weniger gekrümmt und ebenfalls allseitig von einer in der Stärke wechselnden Schmelzschicht umgeben.

Meerschweinchen, Chinchilla, Degu, Ratte, Maus, Hamster, Gerbil und Streifenhörnchen gehören zur Gruppe der Simplicidentata bzw. Nager oder Rodentia. Die Schneidezähne dieser Tierarten sind nur labial und seitlich schmelzüberzogen. Die Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers haben bei den Nagern im Gegensatz zu den Hasenartigen in Ruhestellung keinen Kontakt zueinander.

Desweiteren wird bei den zu zwei Drittel in der Alveole sitzenden Schneide- und Backenzähnen der Hasenartigen und Nager zwischen sog. "wurzellosen" und "normalen" Wurzelzähnen unterschieden. Erstere haben keine anatomische Wurzel, da sie auch im Bereich der Alveole von einer Schmelzschicht bedeckt sind. Das offene Foramen apicale ermöglicht ein lebenslanges Zahnwachstum. Wurzellos sind die Incisivi der Hasenartigen und Nager sowie die Backenzähne der Hasenartigen, des Meerschweinchens, Chinchillas und Degus. Ratte, Hamster, Maus, Streifenhörnchen und Gerbil haben hingegen sog. "normale" Prämolaren und Molaren.

Zahnformeln:

Kaninchen

Streifenhörnchen

Meerschweinchen

Degu,
Chinchilla

Hamster

Maus,
Gerbil

Ratte

2033

1023

1013

1013

1003

1003

1003

1023

1013

1013

1013

1003

1003

1003

 

Das Kopfskelett der Hasenartigen und Nager ist sehr spezifisch geformt. Der Unterkiefer ist ebenso, wie die Kaumuskulatur, sehr kräftig ausgebildet. Die fest in den Alveolen verankerten, z.T. schmelzfaltigen Backenzähne haben feilenartige Reibeflächen und sind somit für die Mahlfunktion ideal ausgebildet.

Bei Ratte, Maus, Hamster und Streifenhörnchen okkludieren die Backenzahnreihen wie beim Kaninchen senkrecht stehend. Beim Chinchilla und Meerschweinchen sind sie hingegen leicht geneigt; und zwar im Oberkiefer nach bukkal und im Unterkiefer nach lingual. Die Zahnneigung nimmt vom ersten zum letzten Zahn hin ab.

Während die Backenzähne des Kaninchens, Meerschweinchens, Chinchillas und Degus schmelzfaltig sind, haben Maus, Hamster, Ratte, Streifenhörnchen und Gerbil sog. "Höckerzähne".

Die Wachstumstendenz der Schneidezähne aller Hasenartigen und Nager ist grundsätzlich gleich und enorm hoch. So beträgt die durchschnittliche Wachstumsrate der Kaninchenschneidezähne 0,5-0,75 mm in 24 Stunden; wobei die unteren Schneidezähne etwas schneller wachsen als die oberen. Wird beim Abfräsen überlanger Zähne die Pulpahöhle eröffnet bzw. ein größerer oder kleinerer Anteil der peripheren Pulpa entfernt, so ist dies ohne Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit. Auch der Reiz des Absägens soll kein wachstumsfördernder Faktor sein. Die Wachstumsgeschwindigkeit der Schneidezähne ist jedoch vom Alter der Tiere abhängig. Je jünger die Tiere sind, desto schneller wachsen die Zähne.

Das Milchgebiss ist für die Hasenartigen und Nager ohne praktische Bedeutung. So brechen z.B. beim Meerschweinchen die Milchbackenzähne bereits ante partum - zwischen dem 43. und 48. Tag - durch das Zahnfleisch durch. In jeder Kieferhälfte je ein Zahn. Bis zum 55. Tag der Trächtigkeit sind sie bereits wieder vollständig intrauterin resorbiert. Die Tiere werden also bereits mit bleibenden Zähnen geboren und können bereits sofort nach der Geburt feste Nahrung aufnehmen. Ebenso wechseln Chinchillas das Milchgebiss praenatal. Beim Kaninchen bleibt das Milchgebiss in den ersten Tagen nach der Geburt erhalten; der Zahnwechsel erfolgt im Alter von 3-5 Wochen.

Die Kiefergelenke der Hasenartigen und Nager sind ebenfalls besonders ausgebildet. Während die Carnivoren Scharniergelenke haben, die ein einfaches Öffnen und Schließen der Kiefer ermöglichen, ist das Kiefergelenk der kleinen Heimtiere schlittenförmig ausgebildet. Neben Öffnungs- und Schließbewegungen ermöglicht dies vornehmlich Unterkieferverschiebungen nach vorne und rückwärts. Auch die Kiefermuskulatur zeigt Besonderheiten. Während bei den Carnivoren der M.temporalis neben dem M. masseter und dem M.pterygoideus intemus besonders stark entwickelt ist, ist bei den Hasenartigen und Nagern der M.masseter der mächtigste Kaumuskel.

Eine Besonderheit der "wurzellosen" Backenzähne bei Kaninchen und Meerschweinchen ist das ektopische Wachstum. Hierbei kann der Kieferknochen ohne pathologische Prozesse an den Zähnen aufgetrieben werden; und zwar durch eine physiologische Resorption und gleichzeitige Apposition von Knochensubstanz unterhalb der Backenzahnreihe. Diese Ausbuchtungen entsprechen verlängerten Backenzahnalveolen, die mit Zahnsubstanz gefüllt sind. Vereinzelt ist der Knochen porös aufgelöst, so daß die Zähne über die äußere Alveolarwand freiliegen können. Diese Veränderungen können sowohl im Unter- als auch Oberkiefer auftreten.

[weiter: Sedierung und Narkose, Narkoseüberwachung, Narkoseprobleme, Kontrolle während der Aufwachphase]

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